„Und was willst du damit später mal machen?
Wer wird sie kaufen, deine Bilder?
Essen kann man sie schließlich nicht.
Oder wirst du vom Anschauen satt?“
Sagte er und streichelte dabei seinen leicht gewölbten
Bauch, in dem noch Reste des isländischen Lachs vom gestrigen Abend schwammen.
Wenn er wollte, könnte er die Bilder kaufen und zum
Sattwerden seines Gegenübers beitragen, aber er hängt sich nicht Bilder zum
schnöden Betrachten an die Wand, sondern um etwas auszusagen.
Seinen Geschäftspartnern nämlich.
In einer Welt, in der Macht in mehr Facetten als in einem
Diamanten des englischen Kronschatzes zum Ausdruck kommt, sagen auch Gemälde
viel über das aus, was der Besitzer in Hose und Tresor hat.
„Und deine Texte will auch niemand lesen.
Die Menschen wollen was Lustiges.
So wie ich.
Da würde ja ne Buchstabensuppe besser ankommen.
Die kann man übrigens sogar essen.
Nein, mal im Ernst, ich hab ja nichts gegen deine Hobbys,
aber glaubst du, ich füttere dich ewig durch und unterstütze dich in deinen
weltfremden Ansichten?“
Die Welt, die ihm dann wohl ziemlich vertraut sein müsste,
zeichnet sich durch Milliarden hungernder Menschen, einer Umwelt am Rande des
Abgrunds und gelegentlichem Massenschlachten, welches sein muss, um den besser
gestellten klare Luft zu ermöglichen, aus. Denke ich mir, aber bin nicht
weltfremd (um nicht zu sagen: radikal) genug, es auszusprechen.
Dann vielleicht doch was Lustiges. Ich kann echt gut lachen.
Und oft. Mehr als weinen, Manie kann keine Krankheit sein, so irre wie
Gesundheit ist. Gesundes Lachen- zum Beispiel über Schleimpilze (besonders die
in rosa), die einmal die Weltherrschaft an sich reißen werden. Sagt zumindest
BBC. Wenn ihr also einen Roman ohne menschliche Handlungsträger mit
Schleimpilzen und riesigen Landtintenfischen in den Hauptrollen lesen wollt,
sagt mir bescheid. Ich würde ihn schreiben- versprochen.
Noch aber sind die Mülltonnen der Welt gut gefüllt und die
Augen der Essenden leer wie die Puppengesichter von Walldorfkindern. Noch gibt
es also Platz für die Überlebensunfähigen, weil Überlebensunfähigkeit
angesichts von zu viel Überleben gerade voll im Trend liegt. Gilt einfach als
rebellisch und solange jeder von mir glaubt, das wäre gewollt und toll, weil
gekonnt, kann ich mit einem Lächeln durch die Straßen gehen, ich und die
anderen Parasiten am Volkskörper, die Wurmfortsätze der Menschheit, für die
jegliches Überleben Faschismus ist. Irgendwann wird es aber drauf ankommen und
wir rebellisch zu Grunde gehen. Aber völlig ohne Trend.
Das alles aber sagte ich ihm nicht, ich wiederholte nur noch
einmal seine Frage: „Und was will ich damit später einmal machen?
Alles außer Überleben.“
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von: aki 22-09-2008
sehr guter text!!!!!!
:-)