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Der Spalt in
der Tür war höchst beunruhigend und verunsicherte ihn. Eine seltsame Kälte und erdrückende Weite strömte aus diesem Schwarz
hervor. Es ist nötig das Schwarz zu verschließen. Dir Tür davor zu setzen und den Schlüssel herum zu drehen. Er nähert sich
also dem Schlitz und greift schon mehrere Meter vor dem Erreichen der Türklinge nach dieser. Es erscheint wie ein in Zeitlupe stürzender
Mensch. Die breiige Situation erfasst wieder seine Bewegungen. Grenzwertartig erreicht er die Türklinge. Fasst diese gespannt. Presst seine Hand
fest um diese, so dass es schmerzt. Zieht seinen restlichen Körper nach und steht jetzt dicht vor dem schwarzen Spalt. Er schließt die
Tür und dreht den Schlüssel herum.
Er betritt leise das
Wohnzimmer. Er lässt sacht die hellbraune Schiebetür zur Seite gleiten. Fahles Licht durchströmt das kleine Zimmer. Leer wirken das Sofa
und die beiden Sessel. Das Sofa steht an der hinteren Wand und nimmt nahezu deren gesamte Breite ein. Die beiden Sessel stehen davor in leicht
schräger Position zum Sofa. Zur rechten nimmt eine relativ kleine und ebenfalls hellbraune, sowie lackierte Schrankwand die andere Wand ein. Die
Fenster sind groß. Es sind zwei Stück. Die Gardinen wirken alt, aber sind sauber und hängen in seltsam perfekter Haltung herab. Davor
steht ein dunkelbraun lackierter Esstisch. Vier Stühle mit knallrotem Polsterbelag stehen um ihn herum. Der Teppich ist bräunlich grau und mit
schwarzem Muster versehen. Er bedeckt nicht den gesamten Boden. Dort wo freie Stellen sind, ist der hellbrauner Linoleum Belag zu sehen. Auf dem Tisch
steht eine Vase mit künstlichen Blumen. Gelbe und orange Rosen. In der Schrankwand kleines Porzellan, blau weiß gefärbt und einige
Bücher. Das Licht wird erst fahl durch die zum Teil trüben Fensterscheiben und durch die doch recht dichten Gardinen. Das strahlt so neblig und
unwirklich, dass der künstliche Blumenstrauß aus den Rosen so unantastbar wirkt. Das gesamte Zimmer wirkt so endlos und ewig. Die Zeit scheint
anders zu laufen. Er sucht Holz und findet es. Er nimmt das erste Holz, was in seinem Umfeld zu erreichen ist. Es handelt sich um das verlängerte
Stuhlbein des ersten Stuhles der langen Tischseite. Er pocht drei Mal. Drei maliges Pochen erhöht die Sicherheit und erfüllt im weiteren Sinne
einen Wunsch. Sein Wunsch ist stets der gleiche. Je öfter drei Mal gepocht wird, desto stärker manifestiert sich die Umsetzbarkeit des Wunsches
in die Realität. Tatsächlich ist es auch so, dass schon Teilaspekte dieses Wunsches in der Wirklichkeit wirken und ihn führen und
Bestandteil von ihm sind. Das wiederum benötigt jedoch ein Mindestmaß an Pochen auf dem Holz um diese nicht wieder zu verlieren. Folglich ist
eine nötige Regelmäßigkeit und erhöhte Periodizität nötig, um mehr Wunsch zu realisieren. Er pocht erneut drei Mal. Und
wieder. Das müsste reichen. Es kommt auch darauf an in welcher Art und Weise gepocht wird, denn falsches Pochen kann genau das Gegenteil von dem
erzeugen, was eigentlich beabsichtigt ist. Einsamkeit strahlt wie das fahle Licht. Er fühlt sich durch seltsame Umstände genötigt sich aus
dem Zimmer zu bewegen. Er geht langsam zurück. Betritt nun den Flur. Der Flur ist dunkel und wird zusehends schwärzer im hinteren Bereich. Etwa
drei Meter von ihm entfernt am Ende des Flurs schwebt einen Meter über dem Boden ein weißes Schaf mit schwarzen Beinen. Es liegt sanft
vibrierend in der Luft. Er erkennt die Vibrationen erst, als er das Schaf etwas länger betrachtet. Das Schaf schwebt schwer. Nun muss er
feststellen, dass auch er angefangen hat zu schweben. Er schwebt nahezu zehn Zentimeter hoch. Es erscheint, als würde er sich langsam bewegen. In
Richtung des Schafes. Etwas zieht an ihm. Es ist ein Uhr nachts und jemand hat das Licht angeschaltet. Der Flur wird nun durch ein schwaches gelbes Licht
durchströmt. Dadurch ist es ihm möglich die weiße Tür links von dem Schaf zu erkennen. Diese ist verschlossen. Das Schaf schwebt
direkt davor und er bewegt sich zusehends, jedoch sehr langsam auf das Schaf zu. Zu seiner rechten ein schwerer und großer grüner Vorhang. Er
scheint eine Nische zu verbergen. Er schwebt vor der weißen Tür. Dahinter ist es. Er hört es. Den Atem. Dort sollte er Sicherheit und
Schutz finden.
Die weiße Tür ist zu. Es bewegt sich
hinter der Tür. Scheint sich zu drehen. Warm ist es. Er spürt diese Wärme. Diese Zuneigung.
Er steht jetzt wieder auf dem Boden und bewegt sich zurück. Er schaltet das Licht aus und schließt
die hellbraune Schiebetür hinter sich ab. Das fahle Licht flutet. An der Decke im Zimmer hängen sieben kleine Schiffchen. Diese tanzen im Wind
spielerisch und frei. Die bewegen sich völlig leicht und unbeschwert. Auf und ab schaukeln sie. Die ganze Zeit. Drei maliges Pochen am rechten
verlängerten Stuhlbein. Wiederholung des Pochens. Noch mal. Er bewegt sich zum Fenster. Schaut hinaus. Sonnig und warm. Er sieht den Teich.
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