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K U L T !

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von sairan,

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Er vernetzt die letzten Stäbe, damit der resultierende Lichtkegel optimal erscheint. Das ist recht anspruchsvoll, denn schon eine ganze Weile lang versucht er die optimale Mischung der einzelnen Komponenten des Gesamtlichtes zu finden. Diese Komponenten setzten sich im Wesentlichen aus drei Farben zusammen. Grün,  Rot und Blau. Dabei muss das Blau aber sehr behutsam eingesetzt werden, denn in seinem Drang und seiner Intensität kommt es nicht selten vor, dass es die anderen Bestandteile an ihrer Wirkung hindert. Es überstrahlt dann einfach oder bringt ein gewisses Ungleichgewicht. Doch jetzt nähert er sich immer mehr dem Ergebnis eines längeren Prozesses des Ausgleichens und Variierens. Das Resultat scheint ausreichend zu sein und wirkt zudem auch noch sehr ästhetisch. Ästhetik ist eine wichtige Komponente. Ähnlich der Symmetrie hat auch sie Bedeutung in allgemeiner Stabilität. Er verlässt den Ort. Im nächsten Raum stehen mehrere Tische aneinander gereiht. Einige Menschen sitzen auf Stühlen. Es scheint eine Unterredung zu sein. Oder Diskussion. Eine dunkle Frau mit schwarzen Augen. Schon älter. Stellenweise faltig. Bereiche ihres Gesichtes hängen nach unten. Schlaff. Werden gummiartig von der Haut gehalten. Blick wirkt stellenweise abwesend. Scheint dennoch wach bei der Sache zu sein. Daneben ein alter Mann mit langen Haaren. Ein seltsamer Ohrring am linken Ohr. Schaut prüfend. Sagt nichts. Am Stirnende des Tisches ein agieret sein Freund. Gestikuliert. Ist ein wenig rot. Seine Haut im Gesicht glänzt. Er schaut panisch. Sein  Blick ist angestrengt. Als würde ihn eine gewaltige Hand umfasst halten und pressen. Pressen bis er schwitzt und sprechen muss. Dabei quellen seine Augen. Er brüllt seine Mitteilung in die Runde. Egal ob jemand zuhört oder nicht. Jetzt schwenken alle in seinem Gebrüll. Sie lachen dabei. Es scheint Spaß zu machen. Der stinkende Mann neben ihm lacht auch. Ganz hoch und eigenartig. Er quiekt mehr. Ein paar Leute weiter rechts von ihm sitzt ein Mädchen. Man könnte meinen, dass es dick sei. Doch wenn man sie länger betrachtet ist sie es auch wieder nicht. Jedenfalls hat sie eine Angewohnheit. Das ganze ähnelt schon fast einem Ritual. Und mit Ritualen hat er seine Erfahrung. Er kennt deren gewaltige und stabilisierende Wirkung und deren Notwendigkeit im Zusammenhang mit Regeln und Gesetzen. Sie startet damit, dass sie ihre Lippen zu einem Kreis formt. Dann schiebt sie diesen Kreis langsam nach vorn. Anschließend drückt sie diesen nach vorn gerichteten Kreis nach oben und scheint damit ihre Nase zu berühren. Dabei schaut sie leer. Offenbar nimmt dieser Prozess ihre gesamte Konzentration in Anspruch. Dieses Schauspiel wird relativ oft wiederholt. Es schwingen alle relativ gleichmäßig. Der Brüllende muss nicht einmal brüllen. Er kann auch schweigen. Sie schwingen alle mit. Hinter ihm sind die roten Vorhänge geöffnet worden. Er dreht sich herum und registriert das. Jedoch kann er nicht zuordnen, wer die zuvor geschlossenen Vorhänge beiseite geschoben hat. Er steht auf. Das stört keinen. Die Schwingenden am Tisch scheinen dies nicht einmal zu bemerken. Geht zum Vorhang. Dahinter ist ein länglicher Raum. Ein Bar steht links von ihm. Jemand ist dort mit ein paar Gläsern beschäftig. Baut aus diesen längliche Strukturen. Diese dürften theoretisch eigentlich nicht stabil sein, doch stürzen sie nicht zusammen. Es gleicht einer Schlange, die durch das sich in den einzelnen Gläsern brechende Licht glänzt. Das Mädchen an der Bar wird immer eifriger und schneller. Er erfasst nicht, welche Motivation sie antreibt. Sie bemerkt ihn nicht. Ist völlig fixiert auf ihre Handlung.  

Es winkt ihn der alte Mann mit den langen Haaren zu sich. Er lacht eigenartig. Es gleicht einem Grinsen, wobei die Aussage nicht dem einen Grinsen entspricht. Er geht zu ihm. Hinten im Raum. Der Weg ist weiter als er gedacht hat. Es wird leise. Es ist eine sehr angenehme Stille. Rotes Licht dämpft sich durch den Raum. Jetzt lächelt der alte Mann. Es ist nicht dieses Grinsen. Er kann es genauer erkennen. Es ist ein liebevolles und vertrautes Lächeln. Der Mann greift ihm sanft hinter seinen Kopf. Führt ihn leicht an sich heran und beginnt ihm etwas in Ohr zu flüstern. „Es wäre vernünftig, mit dem Wissen über die Zeit und deren räumlichen Charakter, die jetzige Situation durch ein deutliches Zeichen zu verändern. Die Veränderung ist eine der Kräfte, welche die Räumlichkeit der Zeit gewährleisten und stabilisieren. So wäre es weiterhin empfehlenswert ihm den Auftrag zu erteilen, diese Veränderung im Namen von ihm selbst herbeizuführen. Das wäre das Einzige, was in dieser verbalen Verbindung produktiv wäre.“ Er vernimmt seine flüsternden Worte. Schon als er sein Lächelns sah, stimmte er ihm zu. Das bemerkt jetzt der alte Mann. Er greift in die Seitentasche seiner Jacke. Holt eine seltsame Substanz hervor. Diese stabilisiert sich zu einer räumlichen Spirale. Ist fest geworden. Sieht aus wie ein glänzender, geschlängelter Wurm. Der alte Mann schaut ihn an. Sticht zu. Es ist zu erkennen, dass er eine ganz bestimmte Stelle am Körper getroffen hat. Diese befindet sich links vom Herzen. Schon fast an der Schulter gelegen.


   
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