ich habe angst. angst vor morgen, vor mir, einfach
angst. begründet und unbegründet. ich denke, denke an so vieles und an so
viele. ich lebe in einem zustand des ständigen erinnerns. wenn ich durch die
straßen gehe, sehe ich den menschen ins gesicht. ich erkenne sie, obwohl ich sie
nicht kenne. ich bin nicht traurig. ich bin einsam, aber das schmerzt mich
nicht. nicht mehr. irgendwie ist immer jemand an meiner seite. und ich denke an
dich. du bist ebenso real wie phantastisch. das macht nichts. das verunsichert
mich nicht. ich fürchte nur, dass du eines tages nur noch eines
bist. fremde worte drehen in meinem kopf ihre runden. ich habe einen ort
gefunden, der mich völlig verzaubert, mich fortreißt, irgendwohin, dort wohnt
niemand. dort bin ich in völliger leere, im vakuum, nur ich, ich, ganz allein
ich. es fühlt sich nicht so schön an, wie es klingt. eigentlich schmerzt es
mich sogar.dieser eine moment, wenn ich die grenze überschreite, zurückkehre in
die wirkliche welt...ich muss mich wieder und wieder dieser situation
ausliefern, weil ich nicht fassen kann, was mit mir geschieht. es tut weh. aber
ich bin so verzaubert, verzaubert von diesem einen moment, wenn alles in mir
einstürzt, alles in sich zusammenfällt und langsam wieder aufstapelt. dann verliere
ich die zeit.
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