nach einer langen Krankheit (die wahrscheinlich etwas mit der Trennung von meiner Freundin zu tun hatte, worauf ich aber hier nicht weiter eingehen will) ging ich zum ersten Mal seit Wochen aus meiner Wohnung; ich mußte ein paar Sachen einkaufen. der Lebensmittelvorrat war völlig zur Neige gegangen, zuletzt ernährte ich mich nur noch von Thunfisch. ich hatte gerade die Haustür aufgerissen und war auf den Bürgersteig hinausgestürzt und der erste Mensch, dem ich begegnete, war niemand anderes als Eva. sie war das unangefochten hübscheste Mädchen der ganzen Stadt. schon oft hatte ich versucht, mit ihr etwas anzufangen, doch wurde daraus nichts Ernstes, sie war immer diejenige gewesen, die sich zurückgezogen hatte, wenn ich es zur Sache kommen lassen wollte. jetzt also trafen wir uns auf der Straße. sie lächelte, ich lächelte und die Welt war eitel Sonnenschein. mir gelang es, sie zu einer Tasse Tee einzuladen. dabei kamen wir ins Gespräch, so small-talk-mäßig. ich erzählte ihr, daß Nina jetzt einen anderen hatte. "tut mir leid für dich", sagte sie. "denk daran, was Kerouac uns rät: 'Finde dich mit Verlusten ab, und zwar für immer!'" daß sie Kero kannte, haute mich buchstäblich vom Stuhl. natürlich war das genau der Spruch, mit dem ich mich zuletzt zu trösten versuchte. "daß du 'On The Road' gelesen hast. hätte ich ja nicht gedacht. haut mich echt um", eröffnete ich ihr.
wir unterhielten uns noch ein wenig, bis sie weg mußte. ich rauchte noch eine Zigarette, bezahlte unsere Getränke und ging auch.
Die Straßen waren voller Menschen. Den Drang, ihnen aus dem Weg zu gehen, spürte ich stärker als sonst.
Es war früher Abend. Ich natte noch Zeit, woanders hinzugehen.
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