die musik ist laut, verdrängt alles andere in meinem kopf,
das aufblitzen der lichter um mich herum raubt mir die sinne. und es ist heiß,
so heiß, das ich das gefühl habe nicht atmen zu können. trotzdem tanze ich
weiter, ich will das gefühl haben zu leben, wenigstens in dieser nacht. weiter
und weiter bewege ich mich in der tanzenden menschenmasse, so viele menschen
und doch allein. alles ist dunkel, rau, ungestüm bewege ich mich durch die
menge, die augen geschlossen, lasse mich von den klängen leiten, nicht denken,
nicht reden, nur tanzen und fühlen.
als ich meine augen wieder öffne sehe ich ich dich nicht
weit entfernt von mir, für einen moment halte ich die luft an, ausgerechnet
dich wollte ich heute abend nicht sehen. für einen kurzen augenblick spiele ich mit dem gedanken zu flüchten
aber dann gewinnt meine wut und diese
wut macht mich stark, ich werde nicht mehr vor dir davon laufen. nicht heute,
nicht jetzt, nie wieder! ich drehe mich weg und tanze weiter und doch merke
ich, das du mich beobachtest, spüre deine blicke auf meiner haut, wir spielen
wieder unser altes spiel, aber diesmal wird es keinen sieger geben. irgendwann
drehe ich mich wieder in deine richtung, du stehst noch immer an der wand und
siehst mich an und dann sehe ich ein lächeln in deinem gesicht. es bleibt unerwidert und für einen
augenblick huscht so etwas wie trauer über deine züge, bevor du dich
hinter deiner maske versteckst. du
warst schon immer ein guter schauspieler, hast es immer geschafft die unterschiedlichsten menschen durch dein
auftreten und deine stimme zu faszinieren. scheinbar hast du vergessen, wie gut
ich dich lesen kann, das du dich vor mir nicht verstecken kannst. das war immer
etwas, was dir angst gemacht hat, nicht war? das ich deine unsicherheit sehen,
das ich in dir wie in einem buch lesen konnte. mir hast du deine tiefsten ängste offenbart und konntest gleichzeitig nicht damit leben
schwäche zu zeigen.
deiner neuen begleiterin ist mittlerweile aufgefallen, das
du seit geraumer zeit in meine richtung starrst. sie legt eine hand auf deinen
arm und sieht nicht gerade glücklich
aus. wie alt ist sie? 19 vielleicht 20 jahre alt? du hast dir
wieder jemanden gesucht, der dir nicht gefährlich werden kann, sie wird eine
von vielen sein und ich bedauere sie, weil ich weiß, wie die geschichte enden
wird. Frauen mögen dich, vielleicht warst du deswegen so verwirrt, als ich am
ersten abend in deiner wohnung mehr an deinem bücherregal, als an dir interessiert war.
die musik wird lauter, ich kann die bässe in meinem bauch
spüren, es fühlt sich gut an und sonst ist nichts da für dich, keine trauer,
kein bedauern, keine sehnsucht mehr. Ich bin wieder ich, zu lange habe ich mich
in dir verloren. mit jeder bewegung die ich mache gewinne ich mich mehr zurück...
your paradise
is lost!
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von: faralong 04-06-2008