träge und hell verglüht die sonne das bett. sie hebt die lider und sieht ihn sitzen. seine augen geöffnet, mit dem blick nach innen, die beine um die kante gewinkelt. sie schiebt ihren linken fuß an seiner hüfte entlang, legt die wade auf seinen schenkel. ist mit ihrem körper hinter ihm, eine hand zeichnet seine wirbelsäule über den nacken in den kopf hinein. ihre brust naht seinem rücken – sie liebt ihn, maismann – flüstert’s in sein linkes ohr. ein gurgelndes raunen verharrt in seiner kehle. er fährt blitzschnell herum, liegt auf ihr, ist in ihr– sie ist grad eine feuerfrau – zischt er. ihre augen so weit und verhängnisvoll tief. sie soll ihre liebe erleiden.
sie zieht sich an. putzt sich ausgiebig die zähne. kämmt das haar. dabei entgeht es ihr, ihm einen kaffee zu kochen. oder einen tee. überhaupt entgeht ihr in seinem blick die suche nach der frau der vergangenen nacht. der tag hat begonnen. er trägt andere inhalte. ihr genügt das männliche in der dunkelheit. in der unzeit zwischen tag und nacht. weil sie dort manchmal die furcht überkommt. eine beklemmende furcht vor der leere.
jetzt weiß sie nicht, wohin mit ihm. er ist ihr im weg, soll verschwinden.
sie packt ein wenig verstört ihre tasche, seine anwesenheit raubt ihr die sonstige ruhe. sie müsse jetzt gehen. ihm ist unwohl – ja, natürlich, es wird zeit. – sie eilen die treppen hinab, bemüht, sich nicht zu berühren. ferner könnten sich zwei menschen kaum sein. – na dann... – bis bald... – es klingt lakonisch: wozu, das spiel ist alt. und albern.
bloß weg hier. den kopf in die taghellen dinge. ihn möglichst nicht vordringen lassen. und rückt ihr der abend zu schnell in die nähe, kehrt sie eben nicht nach hause, meldet sich einfach nicht zurück. manchmal fällt es ihm auf. und ihm entfahren uneindeutige bemerkungen, er ist ohnmächtig im monolog mit ihrem telefon. es nagt die zeit des wartens.
manchmal erfährt sie sehnsucht nach ihm. unvermittelt. sie wird aus ihrem ablauf gerissen, tag und nacht wechseln sich unbarmherzig ab und entziehen sich ihrem gewohnten empfinden. sie irrt auf falschen wegen, sucht ihn, seine spur. und wird ihn nicht finden, denn sie hat ihn noch nie aufgespürt. sie hat sich noch nie aufgespürt.
von: Quisquam 05-02-2009